Samstag, 13. September 2008

Auf nach Cairns und zurueck nach Sydney

Das letzte mal Richtung Norden, der Sonne hinterher...
sind haben wir in Bowen an der beruehmten Riesenmango angehalten und haben noch ein paar Erinnerungsfotos geschossen und sind auf dem Weg dahin sind wir sogar an Woodstock vorbeigekommen, was uns so beeindruckt hat, das wir gleich ein Foto vom Schild machen mussten und dieses sogar euch posten wollten :)
Was wir auch endlich mal geschafft haben ist einen dieser lustigen Arbeiter zu fotografieren, die immer vor und nach jeder Baustelle stehen und nichts weiter zu tun haben als ein Schild hochzuhalten - soll aber wohl sehr gut bezahlt sein, stehn sie da doch bei jedem Wetter. Wir findens jedenfalls mal super witzig :)





In Cairns sind wir nach einem Stop in Townsville erst nachts um 2h angekommen und waren demnach auch super muede, aber dennoch musste mal wieder ein Schlafplatz aufgetrieben werden und diesmal nach Moeglichkeit gleich in nem CaravanPark. Haben auch einen gefunden und den Security gleich dazu, grrr. Normalerweise ist mit denen naemlich so garnicht gut munkeln. Entgegen unserer Erwartungen war der aber mal echt nett und hat uns auf Gelaende gelassen mit den Worten "Yeah, just pay the 12Bucks tomorrow at the office!" Cool - so billig! Tja, dachten wir! Am naechsten morgen (09.08.08) sind wir in einem 5Sterne CaravanPark (ja sowas gibt's) aufgewacht. Was ja generell toll ist, aber eben nicht billig. Egal wir entschieden fuer 2 weitere Naechte zu bezahlen und haben zum allerersten mal einen Tag richtigen Urlaub gemacht, mit schoen am Pool liegen und Sonne geniessen. Am spaeten Nachmittag haben wir dann noch zwei Trips gebucht...




Trip 1 war eine Bustour durch Regenwaelder mit anschliessender Bootsfahrt zum Krokodile und Schlangen gucken. Der erste Halt war Port Douglas ein kleines Staedtchen, wo wir ueber einen typischen Markt schlendern durften, danach Regenwald angucken und anschliessend nach CapeTribulation am Strand Mittagessen und gestaerkt weiter nochmals Regenwald gucken, bis wir beim letzten Stop ins Boot gestiegen sind und das aelteste Stueck (ich glaub es waren 130Mio. Jahre) Regenwald bestaunten. Doch das Hauptaugenmerk waren die Tiere am Ufer... Krokodile und Schlangen. Was Pierre ganz besonders freute, hatte er doch die gesamte Zeit in Australien darauf gehofft endlich eine Schlange zu sehn. Die auf dem Foto abgebildete ist uebrigens eine Python, hab ich mir gestern nochmal von ihm sagen lassen. Jab, im Grossen und Ganzen hat diese Bootsfahrt den Tag auch echt gerettet, denn entspannt war das alles so garnicht. Jeder Stop war strikt zeitbegrenzt a'la wer nicht rechtzeitig am Bus ist, bleibt eben da und kann morgen bei der naechsten Tour wieder miteinsteigen! Danke aber auch... argh! ;)








Unser zweiter Trip begann am naechsten Tag erst nachmittags, also sind wir erstmal ausgecheckt und haben danach, obwohl's natuerlich nicht erlaubt ist, nochmal die Campkitchen benutzt um Mittagessen zu kochen. Direkt im Anschluss gings auch schon los. Das Shuttle war da um uns zum Wildwaterrafting abzuholen (fuer alle denen es was sagt Stufe 3 von 5). Im Bus dachten wir uns trifft der Schlag... nur Asiaten - aaah! Die sind in Australien echt ueberall und viel zu viele, ohne rassistisch wirken zu wollen, aber man fragt sich oft in welchem Land man ueberhaupt ist. Sogar die Aussies machen ihre Witze drueber "Spot the Aussie!" wie sie immer sagen :D
Naja... gluecklicherweise sind dann noch zwei Englaender und ein Kanadier mit dabei gewesen, mit denen wir auch ins Boot gesetzt wurden, puh! Allerdings war unser Guide eine Asiatin... man kann eben nicht alles haben :) Jedenfalls haben wir uns alle auf Anhieb gut verstanden, waren wir doch so froh uns zu haben, denn alle anderen von den schaetzungsweise 10Booten waren eben voll mit denen deren Augen im Superquerformat sind ;)
Nach dem 2stuendigen Rafting das echt ganz witzig war, obwohl doch zu wenig abenteuerlich fuer unseren Geschmack gabs dann noch n kurzen Kaffeebreak und Fotos zu kaufen. Haben uns fuer 2 entschieden und dafuer 25$ geloehnt. Eigentlich recht teuer, aber eine schoene Erinnerung... haetten wir sie nicht irgendwie in den darauffolgenden Reisetagen verloren. Shit happens!






Nach unserem Raftingabenteuer gings gleich wieder ins Auto und dieses Mal -das erste Mal in OZ- Richtung Sueden. Unser erster Uebernachtungsstop war Townsville, wo wir weil's umsonst war auf einem Truckstop genaechtigt und anschliessend im Visitorcenter geduscht haben.



Unsere Fahrt in den australischen Bush endete an diesem Tag (12.08.), nach einem wundervollen Sonnenuntergang im Outback, in einem kleinen Nest namens Clermont. Dort haben wir mal wieder ewig nach einem Stellplatz gesucht da wildes Campen eben einfach nicht erlaubt ist... zum K*****. Nach ner Stunde Suche bei welcher wir einen zuerst geeigneten Platz doch fuer bloed befanden, streunte da naemlich ein klaeffender Koeter rum, sind wir mitten in nem Wohngebiet "untergekommen". Haben noch kurz was gemampft und uns dann so langsam bettfertig gemacht. Waehrend Pierre die Schlafsaecke ausgebreitet hat stand ich noch aussen rum um mich umzuziehen und was hoer ich da "tapptapptapp" und das auch noch deutlich naeherkommend. War das nicht dieser daemliche Koeter der 10m von mir entfernt anhielt und es offensichtlich wieder mal witzig fand zu knurren waehrend er mich anguckte als ob er sein Abendessen gefunden hatte. (Spass beiseite... normalerweise haben wir so garkeine Angst vor Hunden, aber der war echt kein netter Zeitgenosse.) Naja, da wurds dann erst lustig, denn mein einziger Fluchtweg, ein Sprung auf den Beifahrersitz war nicht drin denn da lag ja all unser Equipment. "Fang die Caro" ums Auto herum fand ich auch irgendwie doof, also hab ich mit halboffener Hose die Vordertuer zugeschlagen. (Immer noch 2h nachts im Wohngebiet, ne!) um anschliessend nach hinten neben Pierre auf die Luftmatratze zu hechten und "bang" flog Tuer Nummer 2 zu.
Pierre voellig verstoert: "Was geht'n mit dir?"
Ich: "Hund, der sch*** Hund"
Pierre: "Wo?"
Hab nur wild gestikuliert, waehrend ich gleichzeitig versucht hab meine Hose wieder zuzumachen.
...und "BUMS" flog Tuer Nummer 3 zu - Pierres Hintertuer war naemlich auch noch offen gewesen.
Nach einer kleinen Weile mit viel Geknurre und Geklaeffe unseres naechtlichen Besuchers, der auch noch alle anderen Hunde der Nachbarschaft zu einem kleinen Abendlied animiert hat, war dann aber endlich Ruhe und es kam... kein Anwohner um sich wegen des Laerms zu beschweren - puh! Am naechsten Morgen sind wir um 6h aufgestanden, nein nicht freiwillig! Es war einfach sowas von kalt das wir nicht mehr schlafen konnten. So ging es also weiter rein in den australischen Bush - das Outback. Immerhin mit einem Hammersonnenuntergang...





Unser Ziel war der NationalPark Carnarvon Gorge, einige hundert Kilometer landeinwaerts und selbst die Fahrt dahin war schon ein Abenteuer fuer sich, denn die letzten 30km waren ueber eine der vielen "Dirtroads" nach deutschem Verstaendnis waere das dann ein Feldweg! Dort laufen auch Kuehe einfach so rum... ohne Umzaeunung, ist also nix mit schnell fahren. Waren eh schon sehr vorsichtig da wir ein paar Tage vorher leider ein Wallabie (kleine Kaenguruhart) umgemaeht haben... *schnueff* Ist aber auch wirklich schwierig keins zu treffen. Ohne Uebertreibung liegt naemlich wirklich jeden Kilometer eines am Strassenrand und das traurigerweise meist auch schon zerfleddert in mundgerechte Haeppchen ;)
Nun ja, wir waren also langsam unterwegs denn naehere Bekanntschaft mit so ner Kuh wollten wir dann doch nich machen...



In CarnarvonGorge angekommen haben wir erstmal ein paar tolle Spots die mit dem Auto zu erreichen waren angeguckt z.B. die Aboriginie Malereien, die geschaetzte 10.000Jahre alt sind und ein Flussbecken in dem Platypus (Schnabeltiere) leben. Entdeckt haben wir allerdings keine. Immernoch beeindruckt von den Malereien hat mich dann die Lust gepackt auch was zu malen und so hab ich Pierre und mich im Sid-Stil (IceAge, ihr erinnert euch?) gezeichnet, was eines der Fotos auch zeigt. Rechts Pierre und links ich mit Hut, auch wenn das natuerlich eindeutig zu erkennen gewesen waere... Waren noch kurz am Visitorcenter uns ueber die Walkingtracks informieren die wir am naechsten Tag machen wollten. Um die ganze Schlucht mit allen Seitenarmen abzulaufen, so liessen wir uns sagen, braeuchte man von ca 8Uhr morgens bis ca 15:30Uhr nachmittags. Schliesslich waeren das ja 20km allein an Laufstrecke. Genaechtigt haben wir dann in einem CaravanPark der uns von einem netten deutschen Paerchen empfohlen wurde. Dort haben wir dann noch zu Abend gegessen und den Abend am Lagerfeuer ausklingen lassen, was echt toll war denn wir waren zum allerersten Mal die einzigen Deutschen zwischen vielen Australiern!




Das Modell von der Schlucht im Infocenter nochmal abfotografiert, sind wir am naechsten Morgen ausgeschlafen gestartet. Um alles anzugucken haben wir von 8Uhr morgens bis 18h abends gebraucht und sind insgesamt 25km gelaufen. Ja, 25 nich 20... doofe Nudel da! Waren danach auch echt total k.o. wie man auf den Fotos neben bzw. auf Leila auch gut erkennen kann. War aber jeden Schritt wert, die Landschaft ist echt beeindruckend und auch recht abwechslungsreich, denn der Track schlaengelt sich immer wieder ueber den im Tal verlaufenden Fluss und das Ueberqueren allein sorgt schon fuer Abwechslung. Die eigentlichen "sights" liegen aber in den Seitenarmen der Schlucht und die sind manchmal bis zu 650m lang oder 300Stufen hoeher ...oder beides :) Verstaendlicher Weise hat es also wirklich geschlaucht nach 15km Wegstrecke nochmal 300 Stufen hochzukrakseln... denn so war zumindest die Empfehlung der Ranger. Erst ganz hinter laufen zum entferntesten Punkt "Big Bend" und auf dem Rueckweg alle Seitenarme ablaufen. Gut das wir's nicht so gemacht haben. Denn wir waren am Ende eeeecht spaet dran und hatten schon Angst das wir im Dunkeln laufen muessten. Unser Zeitverzug kam allerdings daher das wir oft einfach viel zu lange vor den echt beeindruckenden Sachen standen und an einem 45min Gespraech mit den beiden Deutschen vom Vortag! :) Am Ende des Tages hatten wir aber alles (!) dort gesehen und jeder einzelne Stop war ein Highlight fuer sich. Echt n toller, wenn auch suuuper anstrengender, Tag gewesen!








Auf den 30km Dirtroad raus aus dem "australian bush" ist dann noch was Lustiges passiert und zwar... Ihr erinnert euch noch an die Kaenguruhs und Kuehe, ja?
Also folgendes... Pierre sass am Steuer und wir sind mit 30-50km/h dahingetuckert als mal wieder ein "Grid" kam, so ne Art querverlegte Metallstangen, sehen ungefaehr so aus wie Bahngleise (Foto) und ueber diese passt immer nur ein Auto. Wofuer die gut sind wissen wir auch nicht... Jedenfalls manoevrierten wir durch saemtliche wiederkauende Wesen und aus einiger Entfernung kam ein Auto entgegen, da ich meinte zu Pierre "Mach mal besser langsam!" In dem sicheren Gefuehl er weiss schon was ich meine... Pierre antwortet nur "Der wartet schon!" Dann war ich erstmal verwirrt! Woher wollte er denn nun wissen das die Kuh(!) die gerade hinter dem Grid die Strasse ueberqueren wollte wartet! Hm... und vorallem "der Kuh wartet schon"??? Bis ich dann drauf kam das er von dem entgegenkommenden Auto spricht waren wir aber schon bei der Kuh angekommen die 30cm von meinem Fenster immer noch froehlich weiter auf die Strasse zusteuerte. Der Moment war gekommen Pierre aufzuklaeren. Ein Fingerzeig nach links mit den Worten "...ich red von der Kuh!" Pierre: "Ohhh, fuck! Ich dacht du meinst das Auto wegen der Engstelle und so!" Caro:"Aeh, noe!" Pierre: "Ich glaub wir muessen an unserer Kommunikation arbeiten...!"

Die Fahrt fuehrte irgendwann zurueck auf den Highway den wir auch mit Tempo 50km/h gefahren sind und somit bis zum naechsten Morgen gebraucht haben um in MoorePark (Bundaberg) anzukommen. Dort haben wir von 7h bis 13h auf einem sehr idyllischen CaravanPark geschlafen.(siehe Foto mit Leila unterm Baum).



Nach einem letzten Nachmittag in Bundy, und einem kurzen Wiedersehen mit Bill u Barry sind wir dann am Freitag, den 15.08.08 um 22h aufgebrochen um weiter nach Sydney zu fahren. Das dies der letzte Aufbruch sein wuerde ahnten wir da allerdings noch nicht, immerhin sind das ja noch 1300km. Der naechste Tag, also Samstag war ja bereits nach 2Stunden Fahrtzeit und so fuhren wir weiter und weiter... bis es wieder hell wurde. Haben immer abwechselnd geschlafen und haben so die Strecke nach Sydney bis zum Abend runtergerissen. Wir waren aber echt so richtig kaputt, nach dem 25km Marsch und einem recht kurzen Nickerchen bei Tag, was man aber auch den Fotos entnehmen kann! :) Dennoch haben wir es uns nicht nehmen lassen noch ein paar Strassenschilder abzufotografieren, hatten ja sonst nix zu tun. In Sydney haben wir's dieses Mal auch hinbekommen uns auf der richtigen Spur der Harbourbridge einzuordnen und die 3$ Gebuehr zu bezahlen, was uns ja 4Monate vorher nicht gelang. Allerdings kam auch kein Strafzettel von der Videoueberwachung, oder naja... zumindest wissen wir bis jetz nichts davon und wenn das Auto einmal verkauft ist, gehen alle Strafen an den Kaeufer ueber! Toll, oder!? :)

Voellig uebernaechtigt haben wir dann das HighfieldHotel in KingsCross (dem Rotlichtviertel) angesteuert und dort aber nicht den von Freunden empfohlenen Raum bekommen. Haben also Tobi angerufen der gleich in der Parallelstrasse, der DarlinghurstRoad, im Hostel war. Da haben wir nicht lange ueberlegt und uns gefreut ihn wiederzusehn und unsere letzten beiden Wochen in Australien gemeinsam zu verbringen. Diese sollten auch die Zeit des Autoverkaufens sein, wovon allerdings der naechste Eintrag berichten wird...

So long,
Pierre und Caro








(Caro)

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